Gedanken für den 03.12.2024

Eine Tür

Eine Tür setzt Anfang und Ende. Eine Tür ist ein Zeichen für die Spannung des Lebens. In die festen Wände sind offene Türen eingebaut. Unser Leben ereignet sich in Häusern und Räumen, die beides haben, starke Mauern und bewegliche Türen. Menschen brauchen beides, schützende Mauern und offene Türen. Mauern bergen und bewahren, Türen eröffnen und verheißen. Mauern ohne Türen würden das Leben ersticken. Türen ohne feste Wände ließen das Leben erfrieren oder verwehen. Wie wunderbar ist es, durch eine Tür in ein bergendes Haus hinein- oder aus dem Begrenzten in die Weite des Lebens hinaustreten zu können.

So ist auch die Tür für sich noch eine Spannung. Sie ist Eingang und Ausgang. Eine Tür teilt unser Leben ein in ein Innen und Außen. Wir brauchen ein Innen der Bewahrung, worin wir das Verletzliche, Schöne, Zarte und Geheimnisvolle des Lebens bergen. Wir suchen das Draußen der Bewährung, die Herausforderung und Weite, wo wir das Leben erfahren, Neues erproben, Sinn erkennen, andere finden und an Letztes stoßen.

Eine Tür ist Ende des einen und Anfang des anderen Raumes. Eine Tür lässt eintreten und hinausgelangen. In der Tür werden wir entlassen in die Weite, in der Tür werden wir empfangen, in die Wärme eingeladen. Die Tür ist immer eine Schwelle und Grenze. Sie verbindet und trennt, eröffnet und verschließt, nimmt ein und lässt heraus. Eine Tür hat immer zwei Seiten, wie das Leben.

Jesus sagt:" Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden!"

(Johannes 10,9)

Jesus ist die Tür zum Leben. Bei ihm ist beides, Weite und Wärme, Bewahrung und Bewährung, innen erlöst und nach außen gesandt, eingeladen und herausgefordert. Durch Jesus können wir eintreten in die Liebe Gottes und hinausgelangen aus uns selbst in die Weite des Gottesreiches.



Axel Kühner "Überlebensgeschichten für jeden Tag"
© & 1991 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 21. Auflage
2018
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages
Quelle: www.miriam-stiftung.de