Gedanken für den 07.07.2023

Wahrheit macht frei!

Zusammenhänge erkennen, Welt verstehen, den Kosmos erforschen, Geschichte betrachten, Stoffe erklären und Methoden entwickeln: all dies hat den Menschen aus vielen Grenzen befreit und seine Möglichkeiten erweitert. Moderne Medizin, Biochemie, Pharmazie, Ernährungswissenschaft und Humangenetik, aber auch Geisteswissenschaft und Psychologie und mehr noch Kybernetik und Kosmonautik haben uns äußere und innere Räume erschlossen, von denen man früher nur träumen konnte. Horizonterweiterung, Lebensverlängerung, Arbeitserleichterung, weltweite Kommunikation, Mobilität und unübersehbare Kultur- und Freizeitangebote deuten die fast unbegrenzten Lebensmöglichkeiten an.
Aber mit dem Wissen und Können, dem Erforschen und Erfahren, dem Erkennen und Durchschauen gerät der Mensch auch in eine ganz neue Abhängigkeit. Die Ergebnisse seiner Wissenschaft erweisen sich nicht nur als Würde, sondern auch als Bürde. Wenn alle wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten auch angewandt und eventuell einmal für ungute Zwecke eingesetzt werden, droht damit auch der Untergang. Albert Einstein hat die Last des Wissens einmal in den schlichten Satz gekleidet: "Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden!" Auch an dem fast unlösbaren Problem unserer Industriegesellschaft, die ökonomischen Interessen am Wirtschaftswachstum mit den ökologischen an der Bewahrung der Schöpfung zu vereinbaren, wird der große Druck deutlich, unter dem wir mit unserem Wissen und Können stehen.
Allein die Wahrheit über das Leben, den Menschen, die Zukunft kann auch belasten. Zur Wahrheit des Wissens muss die Liebe des Vertrauens kommen, damit die Wahrheit am Ende nicht in die Ausweglosigkeit, sondern in die Weite der Freiheit führt.
Deswegen hat Jesus die Wahrheit über den Menschen und seine Versehrtheit mit der Liebe zum Menschen und seinem Heil verbunden. Nur Wahrheit, die mit Liebe versöhnt ist, macht frei. Und nur Liebe, die mit Aufrichtigkeit verbunden ist, macht heil.

Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus!
Epheser 4,15




Axel Kühner "Hoffen wir das Beste"
© 1997 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 9. Auflage
2016
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages
Quelle: www.miriam-stiftung.de