Gedanken für den 24.04.2022

Weg und Ziel

Die Schöpfung der Welt ist ein wunderbarer Weg. Am Anfang steht das Chaos, ein Tohuwabohu, ein von Finsternis beherrschter, bodenloser Abgrund. In dieses Chaos tritt Ordnung, in das "Wüst und Leer" die schöpferische Form und in die Finsternis das Licht aus Gott. In sechs Tagen geht Gott einen Weg der Schöpfung, und alles wird Gestalt nach seiner Liebe und seinem Plan.
Die Schöpfung der Welt hat aber auch ein wunderbares Ziel, die Vollendung und Heiligung, die Segnung und Ruhe am siebten Tag. Schöpfung ist also ein Weg zu einem Ziel. Die sechs Tage des Weges und der siebte als Ziel sind eine Schöpfung. Der Weg wird sinnvoll, weil er ein Ziel hat. Das Ziel wird sinnvoll, weil es einen Weg dahin gibt. Schöpfung ist der Weg und das Ziel, das Wirken und das Ruhen, die sechs Tage und der siebte.
So ist es auch in der Geschichte des Volkes Israel. Aus der finsteren Not der Unterdrückung in Ägypten erlebte Israel zwei wunderbare Durchbrüche. Der eine Durchbruch geschah als Durchzug durch das Meer beim Auszug. Es war der Durchbruch auf den Weg. Der andere war der Durchzug durch den Jordan beim Einzug. Es war der Durchbruch in das Ziel zur Ruhe im verheißenen Land. Gott führte sein Volk unter Wehen auf den Weg und unter Wundern an das Ziel.
So ist es auch im Leben Jesu. Sein Lebensweg aus Lieben und Leiden kam ans Ziel in der Auferstehung von den Toten. Von der Auferstehung her wird das Kreuz als Weg sinnvoll. Und vom Kreuz her wird das Ziel, die Ruhe und Erlösung, erreicht.
Und so ist es schließlich auch in unserem Leben. In einem ersten Durchbruch gelangen wir unter Schmerzen und Wehen der Geburt auf den Weg des Lebens. In einem zweiten Durchbruch gelangen wir unter Schmerzen und Wehen des Todes an das Ziel des Lebens, zur Auferstehung.
Bei Gott sind Weg und Ziel eine Schöpfung, eine Geschichte und ein Leben.

So lasset uns nun Fleiß tun, hineinzukommen zu dieser Ruhe!
Hebräer 4,11




Axel Kühner "Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben"

© 1994 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 11. Auflage

2015

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Quelle: www.miriam-stiftung.de