Gedanken für den 09.07.2021

Wo wohnst du?

Zwei Männer gehen hinter Jesus her. Jesus dreht sich um und fragt sie: Was sucht ihr? Sie drehen die Frage um: Meister, wo ist deine Herberge? Ihre Frage zielt nicht nur auf das Haus, in dem Jesus wohnt. Die Frage meint mehr: In welchen Kräften bist du untergebracht, in welchen Gedanken lebst du und in welcher Sprache wohnst du? In welcher Liebe bist du zu Hause, welcher Glaube ist dein Fundament, welche Hoffnung dein Dach, welche Berufung dein Lebensraum? Mit welchen Menschen teilst du die Herzens- und Hauskammern, welche Bilder leiten dich, durch welche Türen gehst du ein und aus und worin bist du letztlich geborgen?
Jesus sagt: Kommt mit mir und seht selbst. Einen ganzen Tag bleiben und leben sie bei Jesus. Und sie sehen voller Freude, dass Jesus bei Gott zu Hause und in seiner Liebe sehr gut untergebracht ist. So schließen sie sich Jesus an und werden seine Begleiter.
Wenn Menschen ihr Zuhause bei Gott, ihre Erfüllung in seiner Liebe und ihre Hoffnung in seinen Verheißungen finden, brauchen sie dann alles andere nicht mehr? Doch, sie brauchen es jetzt erst richtig. Das heißt, sie werden ihr Haus und Heim, ihre Arbeit und Erfahrung, ihre Nächsten und Lieben, ihr Geld und Gut, ihren Leib und Verstand, ihre Sinne und Geschlechtlichkeit nicht mehr mit einem letzten Zuhause verwechseln, sondern weil sie das in Gottes Liebe gefunden haben, alles richtig gebrauchen. Sie werden es dankbar nutzen, weder als göttlich überbewerten, noch als gottlos abwerten, sondern in der Liebe zum Geber alle seine wunderbaren Gaben richtig gebrauchen!

Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Meister, wo ist deine Herberge? Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen's und blieben diesen Tag bei ihm.
Johannes 1,38f




Axel Kühner "Zuversicht für jeden Tag"
© 2002 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 7. Auflage
2017
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages
Quelle: www.miriam-stiftung.de