Gedanken für den 23.03.2021

Ich gebe mein Leben auf...

"Wie ein schwerer, dunkler Kloß aus Trauer und Einsamkeit, Erschöpfung und Übelkeit bin ich. Keine Kraft, keine Freude, kein Licht, keine Hand! Schmerzen machen mich dumpf, Trauer stumpf, Verletzungen wund und krank. Herr, erbarme dich!
Ich bin krank, elend, erschöpft, leer und stumpf. Keiner merkt es. Es geht immer weiter. Keine Ruhe, keine Besinnung, keine Erholung. Wenn einer mal sagen würde: Ruh dich aus! Alle fordern, erwarten, beanspruchen. Herr, erbarme dich!
Ich bin nur noch betäubter Schmerz, weggeschobene Angst, überspielte Ohnmacht, verdrängte Kränkung, tiefe Einsamkeit.
Herr, erbarme dich!
Alles in mir schreit. Die Seele schreit nach Geborgenheit. Die Nerven schreien nach Ruhe. Die Augen verlangen nach heilen Bildern. Das Herz möchte Frieden. Die Ohren lauschen auf gute Worte. Die Beine wollen Bewegung. Die Hände suchen einen festen Halt. Die Lunge schreit nach frischer Luft. Der Kopf möchte Klarheit. Der Leib sucht Wärme und Fürsorge. Mein ganzer Mensch schreit: Herr, erbarme dich!
Ich gebe mein Leben auf - dich, Herr!"
(Aus mir überlassenen Tagebuchnotizen eines Verzweifelten)

Herr, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir. Lass mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien!
Psalm 88,2




Axel Kühner "Zuversicht für jeden Tag"
© 2002 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 7. Auflage
2017
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages
Quelle: www.miriam-stiftung.de