Gedanken für den 17.02.2021

Nur die Liebe zählt

Sie hieß Miriam, die Bitternis, aber sie war ein Sonnenschein.
Sie war mit einem Down-Syndrom behindert, aber sie hatte mehr Herz und Gefühl als viele andere Menschen. Sie war klein im Wuchs, aber groß in der Zuneigung und Empfindsamkeit. Sie hatte ihre Grenzen, aber sie hatte das Größte, was Menschen brauchen und erfahren: Sie wusste sich von Gott, ihren Eltern und Freunden wirklich geliebt. Sie wurde nur 21 Jahre alt, aber sie hat mehr gelebt als viele mit 91 Jahren. Ihr Leben war kurz, aber wesentlich, richtig und intensiv.
Ihre Lebensgeschichte war eine Erfolgsgeschichte besonderer Art: Sie konnte lesen und schreiben, musizieren und basteln, schwimmen und Rad fahren, Ski- und Rollschuhlaufen, in die Stadt fahren und einkaufen, sich behaupten und orientieren. Aber ihre Lebensgeschichte war noch mehr: eine Liebesgeschichte.
Auf einem großen Blatt Papier hatte sie - von 35 Herzen umrahmt - die Summe ihres Lebens aufgeschrieben: NUR DIE LIEBE ZÄHLT
Miriam schrieb mitten in die Herzen die Personen, denen ihre Liebe galt, ihren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern - "Ich liebe meine Klassenkameraden, so wie die sind!" - und dazu das Wichtigste, was Menschen je wissen, sagen und weiter geben können: "Nur die Liebe zählt!" Sie war ein krankes Kind und starb früh an einer Infektion, aber sie war ein Gotteskind und lebt ewig mit Jesus.
Hunderte Menschen zeigten bei der Trauerfeier, wie sehr sie Miriam in ihr Herz geschlossen, wie viel sie von ihr empfangen und wie viel sie mit ihr verloren hatten.
Sie ist nun am Ziel ihres Lebens. Und wir müssen schauen, dass wir es nicht verfehlen: "Nur die Liebe zählt!"

Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist die Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben.
1.Timotheus 1,5




Axel Kühner "Zuversicht für jeden Tag"
© 2002 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 7. Auflage
2017
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages
Quelle: www.miriam-stiftung.de